Abfallbilanz 2016: Positiver Trend zu weniger Haus- und Sperrmüll pro Kopf in Karlsruhe und dem Landkreis

(September 2017) MdL Bettina Lisbach: „Weitere Anstrengungen zu Müllvermeidung, weniger Verpackungen und zur besseren Trennung von Bio- und Restmüll erforderlich“

Ende Juli 2017 stellte Umweltminister Franz Untersteller die Abfallbilanz für Baden-Württemberg für das Jahr 2016 vor. Daraus geht hervor, dass sich in Baden-Württemberg ein positiver Trend zu weniger Haus- und Sperrmüll abzeichnet. Auch in Karlsruhe schlägt sich dieser Trend nieder: So wurden 2016 99 kg weniger Haus- und Sperrmüll pro Einwohner produziert als noch 1996. Insgesamt fielen 2016 153 kg Haus- und Sperrmüll pro Einwohner in Karlsruhe an. Mit diesen Werten liegt Karlsruhe im Mittelfeld der kreisfreien Großstädte. Eine Vorreiterrolle in der Abfallsammlung nimmt Freiburg ein mit nur 109 kg pro Einwohner. Schlusslicht bildete 2016 Mannheim mit über 246 kg pro Einwohner. Im Bundesvergleich ist Baden-Württemberg mit 141 kg pro Kopf nach wie vor der beste Müllvermeider. Pro Bundesbürger*in fallen jährlich im Schnitt 188 Kilogramm Haus- und Sperrmüll an.

Neben der Vermeidung von Haus- und Sperrmüll ist die Sammlung von Bioabfällen ein wichtiges Thema. Bioabfälle sind eine bedeutende stoffliche und energetische Ressource. Um diese zu nutzen, ist die getrennte Sammlung von Biomüll und Haus- und Sperrmüll entscheidend. Jede*r Karlsruher*in sammelte 2016 durchschnittlich 47 kg Bioabfälle, welche über die Biovergärung weiterverwertet wurden. Jedoch geht immer noch ein erheblicher Anteil potenziell verwertbarer Bioabfälle durch die Entsorgung über den Restmüll verloren. Deshalb hat das Umweltministerium die Zielbilanz von 60 kg pro Einwohner für das Jahr 2020 formuliert, um die Ressource Biomüll besser zu nutzen.

Ein Blick auf den Karlsruher Landkreis zeigt in diesem Bereich noch weit größeres Verbesserungspotenzial: Der Landkreis Karlsruhe ist einer der vier letzten Kreise, in denen bisher keine getrennte Sammlung von Biomüll angeboten wird. Hier besteht Handlungsbedarf, um auch den Bürgern und Bürgerinnen im Landkreis Karlsruhe die getrennte Sammlung von Bioabfällen zu ermöglichen.

Bei den Grünabfällen hat Karlsruhe das landesweite Ziel, bis 2020 auf 90 kg pro Einwohner zu kommen, schon erreicht. Zusammen mit Heilbronn sind die Karlsruher*innen hier ein Vorbild für andere Großstädte. Auch der Landkreis zeigt sich hier sehr engagiert und lag 2016 mit 185 kg pro Einwohner deutlich über dem Durchschnittsziel.

Gesetzliche Neuerungen treten ab September 2017 bei der Klärschlammentsorgung in Kraft. Diese beinhalten strengere Regeln für die bodenbezogene Verwertung von Klärschlamm und Verpflichtungen zur Phosphorrückgewinnung. Durch die Klärschlamm-Monoverbrennungs- und thermische Klärschlamm-Trocknungsanlage ist die Stadt Karlsruhe in diesem Bereich sehr gut aufgestellt. Die Klärschlamm-entsorgung in Karlsruhe-Land erfolgt ebenfalls zu 91% über Verbrennung. Allerdings entsorgt der Landkreis Karlsruhe mit 730 Tonnen im Vergleich zu allen anderen Land- und Stadtkreisen absolut noch die größte Menge an Klärschlamm über die Ausbringung auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Hier besteht also Handlungsbedarf, auch wegen der Verschärfung des Düngerechts mit strengeren Schwermetallgrenzwerten, die auch für Klärschlamm gelten.

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