Abgeordnetenbrief „Ausbreitung und Bekämpfung von Ambrosia“

(11.12.2018) Da auch in meinem Wahlkreis in Karlsruhe die Ausbreitung der allergieauslösenden Ambrosia weiter zunimmt und ihre Bekämpfung zunehmend Probleme bereitet, habe ich mich in einem Abgeordnetenbrief an Umwelt- und Sozialministerium nach dem aktuellen Stand erkundigt. Im Folgenden eine Zusammenfassung der Antwort vom 20.11.2018:

Ausbreitung und Auswirkungen
Die Bestände nehmen seit den 1990er Jahren kontinuierlich zu, wobei Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit einem vergleichsweise starken Vorkommen zählt. Besonders betroffen sind die Oberrheinebene und die Regionen um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Zwar ist die Gefahr von Neuansiedlungen geringer geworden, seit 2012 eine EU-Verordnung einen Höchstwert für Ambrosia in Futtermitteln festgesetzt hat und damit die Hauptquelle für die Einschleppung von Ambrosia-Samen reduziert werden konnte. Dennoch tauchen immer wieder neue Bestände auf, da einmal ausgestreute Samen bis zu 39 Jahre lang keimfähig bleiben.
Im Gegensatz zu anderen Neophyten stellt Ambrosia keine Gefahr für die biologische Vielfalt dar, weil sich die Vorkommen meist auf stark von Menschen beeinflusste Flächen wie Straßen- und Wegränder konzentrieren. Dagegen sind die Auswirkungen auf die Gesundheit gravierend. Trotz niedriger Ambrosia-Pollen-Konzentration in der Luft, wurden bei Untersuchungen bereits relativ hohe Sensibilisierungsraten festgestellt – ein Zeichen für die starke allergene Wirkung der Pflanze. Im Sinne der Gesundheitsvorsorge sollte die weitere Verbreitung von Ambrosia laut Umwelt- und Sozialministerium dringend unterbunden werden – auch zum Schutz der Landwirtschaft, wo Ambrosia ebenfalls zum Problem werden kann.

Bekämpfung
Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger und konsequenter Bekämpfung können Ambrosia-Bestände nachhaltig und mit verhältnismäßig geringem Aufwand eingedämmt werden. Zu dieser Erkenntnis hat auch das Karlsruher Ambrosia-Projekt beigetragen, das 2017 mit Fördermitteln aus dem KLIMOPASS-Programm des Landes durchgeführt wurde. Dabei erwiesen sich beide getestete Bekämpfungsmethoden bei dauerhaftem Einsatz als wirksam, sowohl das Ausreißen der Pflanzen als auch die Bekämpfung mit heißem Wasser (WAVE-Methode). Dagegen breitete sich Ambrosia auf den unbehandelten Vergleichsflächen über Samen weiter aus.

Was ist zu tun?
Die Antwort der beiden Ministerien zeigt auf, wo noch Handlungsbedarf besteht:
– Die Verbreitung von Ambrosia sollte durch ein kontinuierlich und landesweit durchgeführtes Monitoring überwacht werden, wie zuletzt 2010 und 2017. In den übrigen Jahren fand lediglich ein eingeschränktes Monitoring entlang bereits bekannter Ausbreitungsschwerpunkte statt.
– Es ist wichtig, Zuständigkeiten für Meldung und Bekämpfung festzulegen. Hierzu liegen erfolgversprechende Erfahrungen aus Bayern vor, wo die Landratsämter und kreisfreien Städte Verdachtsmeldungen verifizieren, die Eigentümer der Flächen beraten bzw. selbst Bekämpfungsmaßnahmen einleiten und die Daten an eine zentrale Meldestelle weiterleiten.
– Auch eine weitere Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist notwendig, da frühzeitig gemeldete Ambrosia-Funde Voraussetzung einer effektiven Bekämpfung sind.
– Das Umweltministerium hält eine Melde- und Bekämpfungspflicht von Ambrosia-Beständen für prüfenswert, wie sie mit gutem Erfolg in der Schweiz eingeführt wurde.

Meinen Abgeordnetenbrief finden Sie hier, die Antwort des Umwelt- und Sozialministeriums hier.

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