Argumente gegen Ersatzbrücke nicht stichhaltig

Die beiden Landtagsabgeordneten Bettina Lisbach und Alexander Salomon halten die vom Landesbetrieb Mobilität in Rheinland-Pfalz angeführten Argumente gegen die Ersatzbrücke für nicht stichhaltig und wenig fundiert.

„Die Studie des Landesbetriebs Mobilität in Rheinland-Pfalz ist lückenhaft und wirft vor allem neue Fragen auf. Die Machbarkeit einer Ersatzbrücke wird darin jedenfalls nicht widerlegt“ betonen sie. „Die Ausführungen des Landesbetriebs zeigen lediglich auf, dass eine Ersatzbrücken-Lösung technisch aufwändig und dementsprechend vermutlich teuer wäre. Kostenschätzungen werden dazu aber nicht vorgelegt, so dass auch kein Vergleich zu der von Rheinland-Pfalz favorisierten zusätzlichen Rheinbrücke weiter im Norden möglich ist.“

Die beiden Abgeordneten begrüßen in diesem Zusammenhang die sehr qualifizierte und kritische Stellungnahme der Karlsruher Stadtverwaltung zur Machbarkeitsstudie. „Die Stadt zeigt darin das eigentliche Manko der Studie klar auf, nämlich dass die Prüfung der Ersatzbrücke in die Variantenbetrachtung des Planfeststellungsverfahrens eingebettet werden muss. Das ist zwingend erforderlich, um Aufwand, Kosten, Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten und auch die jeweils mit ihnen verbundenen Belastungen für den Naturhaushalt belastbar gegenüberzustellen“ so Lisbach.

„Außerdem lassen sich viele der in der Rheinland-Pfälzer Machbarkeitsstudie aufgeführten vermeintlichen Argumente gegen die Ersatzbrücke leicht widerlegen“ ergänzt Salomon. „Wenig überzeugend ist beispielsweise die Argumentation zu den sich gegenseitig störenden Brückenpfeilern von Bahn- und Ersatzbrücke. Es ist nicht dargelegt, ob und warum die Pfeiler direkt nebeneinander in eine Flucht gesetzt werden müssten. Entgegen der Behauptungen der Machbarkeitsstudie ist auch eine Sanierung des Wörther Trogs sehr wohl ohne eine zweite Rheinbrücke im Norden möglich.“

Bemerkenswert finden die beiden Abgeordneten zudem, dass die anstehenden Sanierungs-arbeiten auf der bestehenden Rheinbrücke im Gegensatz zu früher nicht mehr als Argument für eine zusätzliche Brücke herangezogen werden. „Dabei war genau das viele Jahre das Hauptargument für eine zweite Brücke.“ Offenbar hätten inzwischen sogar die Befürworter/innen einer zweiten Brücke erkannt, dass die Sanierung der bestehenden Brücke allein vom zeitlichen Ablauf her kein Argument mehr für eine zusätzliche Brücke sein kann. So werde die Sanierung auf jeden Fall durchgeführt, bevor die Fertigstellung einer neuen Brücke überhaupt möglich ist.

Stattdessen werde nun mit der Überlastung des Wörther Kreuzes ein neuer Aspekt als plan-feststellungsrelevant aus dem Hut gezogen, um die Notwendigkeit einer zusätzlichen Brücke zu belegen. „Wenn eine neue Brücke das Wörther Kreuz entlastet, gleichzeitig aber das Karlsruher Ölkreuz massiv überlastet, taugt dies nicht als Argument für eine zusätzliche Brücke!“ betonen die beiden Karlsruher Abgeordneten abschließend. Dies zeige einmal mehr, wie kurz gegriffen, einseitig und wie wenig belastbar die Argumente für eine zweite Rheinbrücke sind.

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