Daheim im Innovationsland: Antrag zu Innovationen im Bereich Umweltschutz und Ressourceneffizienz

(06.08.2017) In einem aktuellen Antrag beschäftigt sich die Grüne Landtagsfraktion mit Innovationen im Umweltbereich. Der Erfindungsreichtum bei Ressourceneffizienz, Umwelttechnik und erneuerbaren Energien trägt maßgeblich dazu bei, dass Baden-Württemberg europa- und weltweit eine der innovationsreichsten Regionen ist.

Dazu Bettina Lisbach: „Nur wenn wir dieses Potenzial weiter verlässlich stimulieren und auch zum Wohl der Umwelt einsetzen, werden wir die großen Herausforderungen durch Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung meistern“.

Einige wesentliche Handlungsfelder aus der Antwort der Landesregierung sind im Folgenden zusammengefasst:

Der effiziente Einsatz von Ressourcen in der Produktion und die Rückgewinnung von Rohstoffen sind für die produzierende Wirtschaft wichtige Zukunftsthemen. Die Landesregierung arbeitet derzeit an mehreren Initiativen, um Unternehmen strategisch und technisch zu unterstützen. Mit Förderprogrammen soll die Rohstoffversorgung der heimischen Wirtschaft durch Weiterentwicklung von Recycling- und Substitutionstechnologien gestärkt werden. Darüber hinaus unterstützt die Landesagentur Umwelttechnik BW Unternehmen darin, materialeffiziente Technologien einzusetzen und die Energieeffizienz zu steigern.

Ein Zentrum für Ultraeffizienzfabriken in Baden-Württemberg soll für eine umweltschonende und ressourceneffiziente Produktion die drei Megatrends Ressourceneffizienz, Digitalisierung und Urbanisierung zu einem Gesamtkonzept verbinden. Die Vision ist eine Zukunftsfabrik, die verlust- und belastungsfrei arbeitet – ohne Emissionen, ohne Lärm und ohne Abfall! Die Besonderheit beim Zentrum für Ultraeffizienzfabriken ist der hybride Ansatz: Einerseits werden Teile der Produktion durch reale Maschinen und deren Komponenten abgebildet, andererseits werden Produktionsabläufe durch digitale Modelle simuliert. So können verschiedenste Produktionsvarianten und Technologien analysiert und zu einer Gesamtlösung integriert werden. Unternehmen können gemeinsam mit den im Zentrum vertretenen Forschungseinrichtungen neue Effizienztechnologien entwickeln, bestehende Produktionslinien digitalisieren und auf ultraeffiziente Optimierungsmöglichkeiten überprüfen.

Im Themenfeld Nachhaltiges Bauen unterstützte das Land verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Wiederaufbereitung von Betonbauteilen. Durch das Recycling von Betonbauteilen können sowohl Ressourcen geschont als auch Abfälle reduziert werden. In den Nachhaltigkeitskriterien des Umweltministeriums wird die Verwendung von RC-Beton berücksichtigt. RC-Beton wurde vom zuständigen Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg bereits erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel beim Servergebäude für die Universität Tübingen und beim Praktikumsgebäude „Pegasus“ der Universität Stuttgart. Außerdem hat das Land eine vergaberechtskonforme Methode eingeführt, die gewährleistet, dass bei Ausschreibungsverfahren künftig grundsätzlich geeignete Recyclingbaustoffe angeboten werden können. Damit nimmt das Land eine Vorreiterrolle bei der Verwendung von Recyclingbaustoffen ein und setzt sich auch beim Bund dafür ein, die Regelungen für den Einsatz von Recyclingbaustoffen praxisfreundlich zu gestalten.

Ein wichtiger Baustein zur Ressourceneffizienz ist auch die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Der gesamte in Baden-Württemberg eingesetzte mineralische Phosphor wird derzeit importiert – die Lagestätten ganz überwiegend außerhalb Europas, oft in Ländern mit politischen Unsicherheiten. Zudem ist der wirtschaftliche Abbau von Phosphatgesteinen mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Um die Phosphorversorgung für Baden-Württemberg langfristig ökologisch und wirtschaftlich verträglich sicherzustellen, sollen Phosphorimporte mindestens teilweise durch rückgewonnenen Phosphor ersetzt werden. Dazu hat das Land seit 2014 das Förderprogramm „Phosphorrückgewinnung“ aufgelegt, mit dem die Untersuchung, Weiterentwicklung sowie großtechnische Umsetzung unterschiedlicher Phosphor -Rückgewinnungsverfahren in Versuchs- und Pilotanlagen gefördert werden. Ziel ist es, qualitativ hochwertige, gering belastete Phosphorverbindungen als Rohstoff für industrielle Anwendungen oder für Düngemittel zu gewinnen. Bislang wird in Baden-Württemberg an der Kläranlage Offenburg großtechnisch Phosphor zurückgewonnen. Die Ausstattung weiterer Kläranlagen und Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen mit Technik zur Phosphor-Rückgewinnungen ist vorgesehen.

Ausführliche Antwort der Landesregierung auf den Antrag

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