Genehmigung neuer Ganztagesschulen in Baden-Württemberg

Mehr Wahlfreiheit für Eltern – Zahl der Ganztagsschulen in Karlsruhe steigt
Salomon und Lisbach: „Ganztagesschulen sind viel mehr als reine Betreuung.“

Immer mehr Schulen in Karlsruhe entscheiden sich für das Ganztagesmodell. Das Kultusministerium hat heute die Namen der neu genehmigten Schulen für das Schuljahr 2017/18 bekannt gegeben. Die Karlsruher Abgeordneten Bettina Lisbach und Alexander Salomon freuen sich, dass der Antrag der Grundschule Wolfartsweier bewilligt wurde: „Allen Beteiligten, vor allem den engagierten Lehrkräften, den Eltern und ihren Kindern, wünschen wir einen guten Start und viel Erfolg für die Zukunft.“

Landesweit steigt die Zahl der Ganztagsschulen um insgesamt 66 Schulen an. Mit 52 neuen Ganztagesangeboten an Grundschulen steigt hier die Zahl besonders stark an. „Diese Entwicklung zeigt, dass die Verankerung der Ganztagsschule im Schulgesetz überfällig war. Schulen und Schulträger haben nun die erforderliche Planungssicherheit, die sie für ihre Arbeit benötigen und können auf diese Weise flexibel auf den Bedarf vor Ort reagieren. Sie dürfen verschiedene Formen anbieten – verpflichtend oder freiwillig, mit sieben oder acht Zeitstunden an drei oder vier Tagen in der Woche.“, sind sich die beiden Grünen einig.

Der Ganztagesbetrieb bietet wesentliche Vorteile. „Durch das erweiterte Schulangebot stärken wir den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Stadt/Region“, erklärt Lisbach.

Salomon führt weiter aus, dass die Ganztagsschule mehr als Betreuung sei. Sie erlaube neue Gestaltungsmöglichkeiten des Lernprozesses. Über den Tag verteilt können sich traditioneller Unterricht, individuelle Vertiefungsphasen und Übungszeit, musische Angebote oder Sport abwechseln. Hausaufgaben würden in der Schule mit Hilfe der Lehrkräfte erledigt. Diese so genannte Rhythmisierung von Lernphasen verspreche nach Ansicht von Bildungsforschern den größten Lernerfolg. „Das System bietet die große Chance, Kinder an die Vereinswelt und das kulturelle Leben heranzuführen. Das stärkt das Gemeinwesen insgesamt“, betont Salomon. Die Schulen können Akteure etwa aus den Bereichen Sport, Kultur, Musik oder Jugendarbeit, in ihr Ganztagskonzept einbeziehen. Die Finanzierung dieser Zusammenarbeit kann aus dem Kooperationsbudget erfolgen.

Hintergrundinformationen:

In den kommenden Jahren rechnet die Landesregierung mit einem weiteren Anstieg der Ganztagsschulen im Grundschulbereich. Bis zum 01. Oktober können Schulträger weitere Anträge auf Ganztagsschule beim Kultusministerium einreichen. Bis 2023 sollen landesweit rund 70 Prozent der Grundschulen ein Ganztagsangebot einrichten.

Von den insgesamt 66 neuen Ganztagesschulen im Land starten 57 Schulen im Land mit dem schulgesetzlich verankerten Ganztagskonzept. Darunter sind 52 Grundschulen sowie fünf Grundstufen an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit Förderschwerpunkt Lernen (SBBZ L). Mit diesen 57 neuen Standorten gibt es ab dem Schuljahr 2017/18 insgesamt 440 Ganztagsschulen, die mit dem schulgesetzlich verankerten Ganztagskonzept arbeiten. Darüber hinaus hat das Kultusministerium neun Anträge weiterführender Schulen nach dem alten Landeskonzept (Schulversuch) genehmigt. Insgesamt gingen damit 66 Anträge auf Einrichtung einer Ganztagsschule ein, die das Kultusministerium ausnahmslos bewilligt hat.

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