Grüne wollen kommunale Entwicklungszusammenarbeit stärken

Im Rahmen der Infoveranstaltung „Wer weiß, wo Burundi liegt? Partnerland zwischen Aufbruch und großer Herausforderung“ beleuchteten Philipp Ziser von burundikids e.V., Alexander Geiger, Stadtrat der Karlsruher Grünen und Regina Hartig, Bereich Internationales der Stadt Karlsruhe die aktuelle Lage sowie die Herausforderungen in Burundi.

Man war sich darüber einig, dass für eine erfolgreiche Projektpartnerschaft der Stadt Karlsruhe das zivilgesellschaftliche Engagement von nicht unerheblicher Bedeutung sei. In Karlsruhe und Umgebung gibt es eine veritable Anzahl an Institutionen, die mit Burundi verbunden sind, für das Land und die Situation der Menschen dort sensibilisieren und zudem Projekte vor Ort unterstützen. Zu nennen sind hier beispielsweise das Fichte-Gymnasium, die Europäische Schule, das Humboldt-Gymnasium, die Merkur-Akademie aber auch der Weltladen Karlsruhe und burundikids e.V.

Ob eine Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Karlsruhe und einer burundischen Kommune entstehen kann, hängt von der Entwicklung der politischen Lage im afrikanischen Land ab. Des Weiteren ist das Engagement von Einzelpersonen und Vereinen in beiden Ländern wichtig, denn ohne sie wird eine potentielle Projektpartnerschaft nie lebendig sein können. Die ReferentInnen warnten davor, nur wegen Defiziten auf der Regierungsebene eine Partnerschaft auszuschließen. „Es muss um die Menschen in Burundi gehen, nicht nur um die politischen Rahmenbedingungen. Das Straßenkind kann nichts dafür, dass es zu Gewalt und Vertreibung kam, sondern ist selbst Opfer davon“, so Philipp Ziser, der acht Jahre bei einer Hilfsorganisation in Burundi tätig war.

Karlsruhe will sich aktiver in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren und hat dies in seiner Internationalisierungsstrategie festgehalten. Globale Entwicklungen wirken sich immer mehr auf die kommunale Ebene aus. Das Handlungsfeld der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit gewinnt daher europaweit an Bedeutung. Die Grüne Gemeinderatsfraktion hatte 2013 die Prüfung einer Projektpartnerschaft mit einer Kommune aus einem Land des Südens in den Gemeinderat eingebracht. Mehr als 500 Kommunen in Deutschland unterhalten Beziehungen zu Städten in Asien, Afrika und Lateinamerika, sind zeitlich befristete Projektpartnerschaften eingegangen oder sogar Bestandteil eines umfassenden Nord-Süd-Städtenetzwerkes geworden.

„In Anbetracht der 2014 zwischen Baden-Württemberg und Burundi geschlossenen Partnerschaftsvereinbarung würden wir uns besonders freuen, wenn eine Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Karlsruhe und einer Kommune in Burundi zu Stande kommt“ so Bettina Lisbach, Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat und Landtagskandidatin der Grünen aus Karlsruhe. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die kommunale Entwicklungszusammenarbeit bei uns weiter auszubauen.“

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