Integrationsmanager können starten – Land stellt Mittel bereit

(08.01.2018) Salomon und Lisbach (beide GRÜNE): Bundesweit einmaliges Projekt soll Integration Geflüchteter unterstützen

Gute Nachrichten für alle Kommunen in Baden-Württemberg, die Integrationsmanager*innen für die Sozialberatung von Geflüchteten einstellen möchten: Wie die beiden Karlsruher Landtagsabgeordneten Bettina Lisbach und Alexander Salomon mitteilen, haben die Kommunen jetzt Klarheit über die Höhe der ihnen dafür vom Land zur Verfügung gestellten Mittel.

Das Sozial- und Integrationsministerium und die Kommunalen Landesverbände haben sich auf eine Verteilung der 116 Millionen Euro verständigt, die das Land den Kommunen für das Integrationsmanagement bereitstellt. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Paktes für Integration, der zunächst auf eine zweijährige Laufzeit ausgerichtet ist. Auch für die Stadt Karlsruhe stehen damit Mittel in Höhe von 56.500 Euro für das Integrationsmanagement zur Verfügung.

„Mit den Integrationsmanager*innen gibt es erstmals eine professionelle Betreuung und Begleitung für Flüchtlinge mit abgeschlossenen Verfahren. Sie waren bislang immer auf sich alleine gestellt“, freut sich Salomon.
„Das Konzept eines flächendeckenden und strukturierten Integrationsmanagements in der Anschlussunterbringung ist bundesweit einzigartig“ betont Lisbach. „Es trägt dazu bei, dass aus Geflüchteten möglichst bald gut integrierte Mitbürgerinnen und Mitbürger werden.“

Da Karlsruhe Standort einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) ist, leben hier nur vergleichsweise wenige Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung. Es handelt sich hierbei vor allem um unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die jetzt von den Integrationsmitteln des Landes profitieren können.

„Allerdings sehen wir auch die Notwendigkeit, dass das Land die Standorte der Erstaufnahmeeinrichtungen bei ihren speziellen Integrationsaufgaben unterstützt“, so Lisbach und Salomon. „Wir sind deshalb mit dem Sozialminister im engen Austausch zu der Frage, wie Karlsruhe im Rahmen des Paktes für Integration von weiteren Integrationsmitteln, insbesondere für Maßnahmen der Sprachförderung profitieren kann.“

Hintergrund:
Zentrale Aufgabe von Integrationsmanager*innen ist die individuelle und niedrigschwellige Sozialberatung und -begleitung für Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Am Beginn jeder Beratung steht das Erstellen des Integrationsplans. In diesem werden die persönlichen Daten (z. B. Qualifikationen und Kompetenzen, Schulbildung und Berufsabschluss, individuelle Entwicklungen) und die zu erreichenden Ziele schriftlich fixiert. Dabei geht es unter anderem um Fragen des Spracherwerbs, der Arbeitsmarktintegration, der Anerkennung ausländischer Qualifikationen sowie um Wohnen, Schule und Bildung. Der Integrationsplan wird kontinuierlich fortgeschrieben. Mit Hilfe des Integrationsmanagements sollen Geflüchtete in die Lage versetzt werden, vorhandene Strukturen und Angebote möglichst selbständig nutzen zu können.

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