Lebenslauf (prosaisch)

1964 in Karlsruhe geboren, ist meine gefühlte Heimat die Oberrheinregion. Als Älteste von drei Geschwistern bin ich im südpfälzischen Bad Bergzabern aufgewachsen, von wo aus wir häufig Grenzgänge ins nahegelegene Frankreich unternahmen. Bis heute ist mir davon eine besondere Nähe und Verbundenheit zu unseren französischen Nachbarn geblieben.

Ansonsten gab es in der Südpfalz nicht viel, was Jugendliche gemeinhin fesselt: Wald, Weinberge, Kurgäste. Irgendwann in den 70ern fiel es dann auf: In den überdüngten Wiesen blühten kaum noch Blumen, der Wald wurde krank, der Boden sauer, Atomraketenlager im Pfälzerwald, lärmende Tiefflieger. Ich begann, mich in der örtlichen Friedensgruppe und beim BUND für Umwelt und Naturschutz zu engagieren – gab ja auch wenig Alternativen fürs Abendproramm.

Nach dem Abitur ging es zum Studium der Landespflege ins schwäbische Nürtingen: Landschaftsarchitektur im Stuttgarter Westen, Flora und Fauna auf der Schwäbischen Alb, Baumschulen, historische Schlossgärten – buntes Sammelsurium für angehende Freiraumplaner*innen. In meinen Praxissemestern am Regierungspräsidium Freiburg und am Forstamt Reutlingen bekam ich Einblicke in ökologischen Wasserbau und naturnahe Waldwirtschaft.

1989 zog es mich als diplomierte Landschaftsplanerin zurück nach Karlsruhe: Mein täglich Brot verdiente ich mit Umweltverträglichkeitsstudien und Biotopverbundplanungen, gönnte mir gleichzeitig eine Verlängerung studentischen Lebensgefühls dank Geoökologie-Zweitstudium, das ich 1998 abschloss. Es folgte eine gute Zeit als Geschäftsführerin beim BUND.

2001 stand mir der Sinn dennoch nach Veränderung – mal was anderes machen als immer nur „Öko“. Ich wechselte in die IT-Branche und arbeitete bis 2016 als Projektmanagerin für Informationssysteme im Öffentlichen Nahverkehr, war viel unterwegs: Projekte in Graz, Oslo, Rotterdam und Montréal.

Zur Parteipolitik kam ich 1998 mit meinem Eintritt bei Bündnis90/Die Grünen: Ich war Mitglied im Kreisvorstand, später zwölf Jahre lang Stadträtin in Karlsruhe, davon acht Jahre als Fraktionsvorsitzende. Die Kommunalpolitik ist sehr nah an den Menschen, politisches Engagement wirkt hier oft ganz unmittelbar. Das habe ich in dieser Zeit schätzen gelernt.

2016 kandidierte ich erfolgreich für den Landtag (Direktmandat im Karlsruher Osten) und kann heute Politik und Beruf verbinden. Als kommunalpolitische Sprecherin unserer Fraktion und Arbeitskreisvorsitzende für Umwelt, Energie und Naturschutz ist mein Abgeordnetendasein sehr abwechslungsreich. Ich lerne viel, erfahre täglich Neues, kommuniziere und netzwerke.

Und privat? …lebe ich zusammen mit meinem Partner in Karlsruhe in einem kleinen Häuschen mit etwas Grün drum herum. Ich bin gerne draußen, lese gerne, tausche mich gerne mit Menschen aus – und sollte mir hin und wieder etwas mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben nehmen.

Bettina Lisbach,
Karlsruhe, Oktober 2017