Mit Biotopverbund biologische Vielfalt bewahren

(17.01.2018) In einem aktuellen Antrag beschäftigt sich Bettina Lisbach mit der Frage, wie die Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds vorankommt.

Biotopverbund – was ist das eigentlich?

„Von der Verinselung ökologisch wertvoller Lebensräume sind auch viele Insektengruppen betroffen. Deshalb ist der Biotopverbund auch eine wichtige Maßnahme gegen das Insektensterben.“

Mit Biotopverbundmaßnahmen werden verinselte Lebensräume, die durch Straßen und Siedlungsflächen zerschnitten oder auch durch intensive Landwirtschaft voneinander isoliert sind, wieder vernetzt. Dadurch werden Wander- und Austauschbeziehungen von Tieren und Pflanzen wiederhergestellt und gestärkt. Der Biotopverbund zielt darauf ab, ein enges Netz an Lebensräumen, Vernetzungs- und Trittsteinbiotopen zu knüpfen, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu entwickeln. Die Bundesländer sind durch das Bundesnaturschutzgesetz( §20-21) verpflichtet, 10 % ihrer Flächen in einen Biotopverbund zu integrieren und rechtlich abzusichern.

Was schon getan wurde…

„Um die wichtige Arbeit der Landschaftserhaltungsverbände zu unterstützen, stocken wir die Naturschutzmittel im Landeshaushalt seit 2011 kontinuierlich auf.“

Im Koalitionsvertrag wird die Umsetzung des Biotopverbundes als prioritäre Aufgabe benannt. Die grün-geführte Landesregierung hat hierzu bereits wichtige Schritte unternommen: So liegt mit dem Fachplan Biotopverbund eine qualifizierte Planungsgrundlage vor, um Lebensräumen für Tiere und Pflanzen landesweit besser zu vernetzen.

Aktuell wird der Fachplan über mehrere Modellprojekte in Kommunen und Regionen bereits umgesetzt. Allerdings bleibt noch viel zu tun, bis der Biotopverbund flächendeckend im ganzen Land greift.

Für die Umsetzung des Biotopverbunds sind mehrere Ebenen zuständig: Die Regionalverbände müssen den landesweiten Fachplan in ihren Landschaftsrahmenplänen zugrunde legen und über die Regionalpläne planungsrechtlich absichern. Auch die Kommunen sind aufgefordert, den Biotopverbund bei Aufstellung von Landschafts- und Flächennutzungsplänen zu berücksichtigen. Außerdem können Städte und Gemeinden über verschiedene Förderprogramme oder im Rahmen der Ökokontoverordnung geeignete Maßnahmen auf ihrer Gemarkung umsetzen. Davon profitieren Tiere und Pflanzen. Davon profitieren aber auch die Menschen, indem wertvolle Naherholungsflächen entstehen und langfristig gesichert werden können.

Auch die Landschaftserhaltungsverbände sind wichtige Akteure bei der Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds. Sie sind mittlerweile nahezu flächendeckend im ganzen Land etabliert und leisten eine hervorragende Arbeit.

Was noch zu tun ist…

„Eine landesweite Koordinierungsstelle könnte die Umsetzung des Biotopverbunds durch zusätzliche Beratungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit in der Fläche unterstützen und beschleunigen.“

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LUBW) koordiniert die Umsetzung des landesweiten Fachplans. Der Grüne AK Umwelt der Landtagsfraktion setzt sich dafür ein, diese Koordinierungsfunktion zu stärken und eine landesweite Koordinierungsstelle einzurichten. Dieses Ziel ist auch im 10-Punkte-Plan der Landtagsfraktion zur Biodiversität (Sept. 2017) verankert.

Auch darüber hinaus liegt bis zur vollständigen Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds noch ein weiter Weg vor uns. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Fertigstellung und Umsetzung der Managementpläne für Pflege und Entwicklung der Natura 2000-Gebiete im Land.
Außerdem hat die Landesregierung angekündigt, den Fachplan Biotopverbund durch eine Gewässerverbundplanung zu ergänzen. Damit werden Gewässer und ihre Auenbereiche samt Überschwemmungs- und Retentionsflächen in den landesweiten Biotopverbund integriert und eine konzeptionelle Lücke geschlossen.

Ausblick

“Der Biotopverbund ist Teil des Sonderprogramms Biodiversität der Landesregierung. Im Landeshaushalt 2018/19 haben wir hierfür zusätzliche Mittel bereitgestellt. Damit werden Natur- und Biotopschutz im ganzen Land gestärkt.“

Die LUBW hat eine aktuelle Informationsbroschüre zu erfolgreichen Modellprojekten in den Kommunen veröffentlichen. Damit können andere Kommunen und Regionen zum Mitmachen motiviert werden. Der Biotopverbund wird damit vor Ort in Städten und Gemeinden erlebbar.

Ein Beispiel von vielen ist das erfolgreiche Landesprogramm „Natur nah dran“ zur Förderung der biologischen Vielfalt in Kommunen.
„Mit diesem Programm wurden schon viele tolle Naturschutzprojekte umgesetzt und vom Land aus-gezeichnet. Nicht nur die Natur auch die Bürger profitieren davon“

Bettina Lisbach, MdL
AK-Vorsitzende Umwelt, Energie und Naturschutz

Die Antwort des Umweltministeriums zum Antrag liegt hier:
http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/2000/16_2839_D.pdf

Die Broschüre der LuBW findet sich hier:
http://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/273058/naturschutz_info_2017_2.pdf?command=downloadContent&filename=naturschutz_info_2017_2.pdf

Verwandte Artikel