Nach Inbetriebnahme von RDK8 Quecksilberemissionen fast verdoppelt

Mit der Inbetriebnahme des neuen Kohlekraftwerks RDK 8 im Rheinhafen haben sich die Quecksilberemissionen am Kraftwerksstandort Karlsruhe fast verdoppelt, von 31,8 kg Quecksilber im Jahr 2014 auf 59,2 kg im Jahr 2015. Das ergibt sich aus der Antwort des Umweltministeriums an den Mannheimer Grünen Landtagsabgeordneten Wolfgang Raufelder. Dieser hatte sich im April nach den Emissionen der Steinkohlekraftwerke in Baden-Württemberg erkundigt.

Die Antwort des Umweltministeriums ist auch aus Sicht der Karlsruher Grünen Landtagsabgeordneten Bettina Lisbach und Alexander Salomon besorgniserregend.
„Mit der Inbetriebnahme von RDK 8 im Jahr 2015 haben sich die Schadstoffemissionen durch den alten und den neuen Kohleblock aufaddiert“ betont Lisbach, die die Grünen im Umweltausschuss der Landtagsfraktion vertritt. „Zwar werden die aktuell gültigen Quecksilber-Grenzwerte eingehalten, dennoch sehen wir dringend Nachbesserungsbedarf. Deutschland ist bei den Quecksilberemissionen europaweit bei den Spitzenreitern. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich, dass Baden-Württemberg sich im Bund für ambitionierte Quecksilberemissionsgrenzwerte einsetzen will.“
„Von der EnBW erwarten wir außerdem ein Gesamtkonzept für die Altanlagen im Rheinhafen“ ergänzt der Abgeordnete Salomon. „Dessen Ziel muss sein, die Zusatzbelastungen durch RDK 8 vollständig zu kompensieren und die Schadstoffeinträge durch Kohleverbrennung in Karlsruhe insgesamt zu reduzieren.“

Bei einer Neufestlegung der Grenzwerte setzen die Grünen auf die aktuelle Überarbeitung des EU-weit gültigen Merkblatts für die beste verfügbare Technik für Großfeuerungsanlagen (BVT-Merkblatt). Dieses muss in den nächsten Jahren in nationale Vorschriften umgesetzt werden und wird direkten Einfluss auf die zukünftigen Grenzwerte haben. Eine Absenkung der Emissionsgrenzwerte ist über eine Novellierung der 13. BImSchV möglich, betonen die Grünen.

Die beiden Abgeordneten weisen abschließend darauf hin, dass Kohlekraftwerke weltweitnach der Goldgewinnung die zweitgrößte Quelle von Quecksilberemissionen sind. Allein 70% der bundesdeutschen Emissionen stammen aus der Kohleverbrennung. „Auch deshalb ist es unbedingt zu begrüßen, dass im grün-schwarzen Koalitionsvertrag der Ausstieg aus der Kohlenutzung klar als Ziel verankert ist“ so Lisbach und Salomon.

Verwandte Artikel