Neue „Denkfabrik“ am KIT für mehr Ressourceneffizienz im Land

(02.01.2018) Think Tank des Landes für industrielle Ressourcenstrategien wird in Karlsruhe eingerichtet

Die beiden Landtagsabgeordneten Alexander Salomon und Bettina Lisbach begrüßen, dass der Think Tank des Landes für industrielle Ressourcenstrategien beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entstehen wird. Mit dieser bundesweit einzigartigen „Denkfabrik“ verfolgt die Landesregierung das Ziel, innovative Ansätze für einen sparsamen Umgang mit knappen Rohstoffen zu entwickeln und auszubauen.

„Für ein rohstoffarmes Industrieland wie Baden-Württemberg ist der schonende Umgang mit knappen Ressourcen existenziell“, betont Lisbach, Umweltexpertin der GRÜNE-Landtagsfraktion. „Sparsamer Materialeinsatz in der Produktion, das Arbeiten in Kreisläufen und ein konsequentes Recycling sind hier die Schlüssel zur Lösung. Deshalb setzen wir alles daran, unser Land zum Vorreiter für Ressourceneffizienztechnologien zu machen.“

„Das KIT ist für die Einrichtung des Think Tanks hervorragend geeignet. Damit stärken wir den Wirtschaftsstandort Karlsruhe und die gesamte Region“, ergänzt Salomon. „Die dort vorhandene Expertise, die Kreativität und der Erfindergeist sind optimale Grundlagen, um neuartige Lösungsansätze zu entwickeln und rohstoffsparenden Technologien den Weg zu bereiten.“, ist sich der Hochschulexperte sicher.

Ressourceneffizienz sei dabei nicht nur ein Gebot ökonomischer Vernunft, so die beiden Abgeordneten. Ein geringer Rohstoffverbrauch wirke sich auch positiv auf Boden, Wasser, Luft und Klima aus. Auch schone er die Gesundheit vieler Menschen in den Rohstoff-Abbaugebieten, die oft unter schwierigsten sozialen und gesundheitlichen Bedingungen arbeiten müssten.

Mit dem Beschluss des Landtags zum Doppelhaushalt 2018/19 im Dezember stehen für den „Think Tank Industrielle Ressourcenstrategien“ jährlich eine Million Euro an Haushaltsmitteln aus dem Umweltressort zur Verfügung. Geplant ist eine gemeinsame Finanzierung durch das Land und durch beteiligte Unternehmen der freien Wirtschaft.

Die Planungen für den Think Tank nehmen derzeit konkrete Formen an. Das Projekt soll 2018 an den Start gehen. Zunächst ist dafür die Einstellung von bis zu 6 Mitarbeiter*innen vorgesehen, deren Zahl auf bis zu 20 Beschäftigte anwachsen kann.

Hintergrundinformation:
Rohstoffknappheit und Ressourceneffizienz gewinnen vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Die Umstellung auf Elektromobilität, der Ausbau der erneuerbaren Energien mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie der steigende Bedarf an Batteriespeichern tragen mit zum Rohstoffbedarf bei. Dabei ist gerade für Firmen mit hohem Materialumsatz der sparsame Umgang mit Rohstoffen eine sowohl ökonomisch als auch ökologisch relevante Größe.

So steigt der Bedarf an bestimmten Rohstoffen wie Seltene Erden, Lithium, Kobalt, Graphit u.a. stetig und mit stark wachsender Geschwindigkeit an. Kritisch wird die Situation dabei auch aufgrund von Umwelt- und sozialen Problemen in den Abbaugebieten eingeschätzt.

Ressourceneffizienz ist als wichtiges Thema auch im grün-schwarzen Koalitionsvertrag verankert. Darin ist u.a. festgelegt, dass das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt werden muss.

Verwandte Artikel