PFC: GRÜNE Abgeordnete sprechen mit Umweltminister

Im Rahmen ihrer Klausurtagung in Titisee haben sich die Grünen Wahlkreis-Abgeordneten aus dem Raum Rastatt/Baden-Baden Bea Böhlen und Thomas Hentschel mit Umweltminister Franz Untersteller und den für Umwelt und Landwirtschaft zuständigen Expert/innen der Landtagsfraktion zum aktuellen Stand der PFC-Belastungen in Nord- und Mittelbaden ausgetauscht.

„In Folge der aktuellen überregionalen Berichterstattung zu PFC verseuchten Böden und Grundwasser haben sich erneut viele besorgte Bürgerinnen und Bürger an uns gewandt“ so die Abgeordneten. „Die mehrere Hundert Hektar umfassenden Umweltbelastungen machen uns große Sorgen. Deshalb tauschen wir uns seit zwei Jahren regelmäßig zu dem Thema mit dem Umweltminister und mit den fachlich zuständigen Kolleginnen Kollegen und der Landtagsfraktion aus.“

In der gestrigen Besprechung hat der Minister Franz Untersteller versichert, dass sich die Landesregierung auch weiterhin intensiv mit der PFC-Belastung in Nord- und Mittelbaden befasst wird und im regelmäßigen Kontakt mit den zuständigen Behörden der Stadt Baden-Baden und des Landkreises steht. Böhlen und Hentschel weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass konkrete Grenzwerte bundesweit bis heute nicht existieren, weshalb das Land 2015 in eigener Regie PFC-Vorsorgewerte festgelegt und das Vorernte-Monitoring eingeführt und finanziert habe. Damit sei sichergestellt, dass belastete Lebensmittel nicht in den Verkauf gelangen. Auch beim Grund- und Trinkwasser gebe es regelmäßige Untersuchungen, um sicherzustellen, dass PFC nicht in die Nahrungskette gelange. In verschiedenen Instituten des Landes, wie dem landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg würden zudem Versuche zu Reinigungs- und Sanierungsverfahren durchgeführt, da es für den Umgang mit einer derartigen Bodenbelastung noch keine ausreichenden erprobten Verfahren gebe.

„Das Thema wird uns auch im Landtag weiter beschäftigen“ betont MdL Bettina Lisbach, Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt der Landtagsfraktion. „Wir werden dazu in Kürze einen Antrag einbringen“ kündigt sie an. „Verschiedene Sanierungsverfahren und Unterstützungsmöglichkeiten für die Betroffenen werden dabei wichtige Fragestellungen sein. Auch über Möglichkeiten eines aussagekräftigen Gesundheits-Monitorings müssen wir sprechen.“ „Wir unterstützen vehement insbesondere Lösungen zur Entlastung der lokalen Landwirtschaftlichen Betriebe“ bekräftigen Böhlen und Hentschel.

Leider sei eine schnelle und einfache Lösung des PFC-Problems allerdings nicht zu erwarten, betonen Böhlen, Hentschel und Lisbach unisono. „Sanierungsverfahren zur flächenhaften Eliminierung der Schadstoffe sind extrem aufwändig, werden viel Zeit in Anspruch nehmen und sind auch noch unzureichend erforscht. Das Thema wird uns deshalb noch viele Jahre beschäftigen“ sind sich die Abgeordneten sicher.

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