Polder Bellenkopf-Rappenwört: Ja zu ökologischen Flutungen

Naturschutzzentrum

Der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen Rheinstetten hat am Sonntag, den 9.8.2015 zu einer Radtour in das Naturschutzzentrum Rappenwört eingeladen. Mit dabei waren auch wir Landtagskandidat/innen aus Karlsruhe und Ettlingen, also Alex Salomon, Barbara Säbel und ich.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Planung zum Polder Bellenkopf/Rappenwört wird zur Zeit wieder intensiv und teilweise auch kritisch über die sogenannten ökologischen Flutungen diskutiert: „Ökologische Flutungen“ bedeutet, dass auch außerhalb der Hochwasserphasen Wasser in den Retentionsraum eingelassen wird. Damit soll der natürliche dynamische Wechsel zwischen niedrigen und hohen Wasserständen in den ehemaligen Rheinauen teilweise wieder hergestellt werden. Ziel der ökologischen Flutungen ist es, Flora und Fauna an kommende Hochwassersituationen anzupassen. Außerdem bieten die ökologischen Flutungen die Chance, einen Teil der früheren Auenlandschaft zu renaturieren und damit wieder Lebensräume für auentypische Tier- und Pflanzenarten zu schaffen, die heute aus unseren Auen nahezu verschwunden sind.

Bei einer sehr interessanten Führung unter Leitung von Biologin Susanne Pimentel vom Naturschutzzentrum konnten wir viel über die frühere Rheinbegradigung, das Integrierte Rheinprogramm und auch speziell über die Planungen zum Polder Bellenkopf-Rappenwört erfahren. In der dortigen Dauerausstellung informierten wir uns auch über die internationale Bedeutung unserer Rheinauen, die als sogenanntes „Ramsar-Gebiet“ unter besonderem Schutz stehen. Anhand einer Computersimulation wurden auch verschiedene Flutungsszenarien vorgestellt. Dabei wurde dargestellt, dass der gesamte Polderraum nur an sehr wenigen Tagen im Jahr überflutet sein wird und dass die Ein- und Auslassbauwerke in den Polder im Regelfall geöffnet bleiben. Nur in extremen Hochwassersituationen oder in besonderen Gefahrensituationen werden die Bauwerke teilweise oder auch ganz geschlossen.

Einen gemeinsamen Abschluss fand unsere Radtour beim Mittagessen in der Künstlerkneipe Daxlanden, wo wir die Gelegenheit zum Austausch über verschiedene Themen nutzten. Neben Fragen des Hochwasserschutzes kamen dabei auch andere regional wichtige Themen zur Sprache wie die Karlsruher Atomtage, die im Juli auf großes Interesse gestoßen waren, die neu eingerichtete Notunterkunft für Flüchtlinge in der Neuen Messe oder auch die Planung von Gewerbegebieten in Ettlingen und Rheinstetten.

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