Stadt Karlsruhe gewinnt Digitalisierungswettbewerb

(04.05.2018) Salomon und Lisbach: 880.000 Euro vom Land für die Entwicklung einer Bürger-App

Die Stadt Karlsruhe überzeugt mit dem Projekt einer digitalen Bürger-App und der Idee, „Digitalisierung im Dienste der Menschen erlebbar zu machen“. Für das Projekt wurde die Stadt Karlsruhe beim Landeswettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ am Donnerstag in Stuttgart prämiert. Mit der Auszeichnung verfolgt die Landesregierung das Ziel, erfolgreiche Digitalprojekte hin zu bürgernahen Dienstleistungen und grundlegenden Infrastrukturen zu stärken und Digitalstrukturen in den Kommunen nachhaltig und flächendeckend aufzubauen.

„Mit dem Landeswettbewerb belohnen wir wegweisende Ideen und weitsichtige Strategien zur Digitalisierung, die anderen Kommunen als Vorbild dienen und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort künftig das Leben erleichtern können“, erklärt Alexander Salomon, medien- und netzpolitischer Sprecher der Fraktion GRÜNE im Landtag.

Landesweit hatten sich viele Kommunen mit ihren digitalen Vorzeige-Projekten beworben, die auch andernorts Schule machen können: „Dazu zählen Carsharing-Konzepte, Online-Behördengänge, virtuelle Bildungsangebote oder intelligente Lösungen für die Einrichtung eines lokalen Energienetzes“, erläutert Bettina Lisbach, kommunalpolitische Sprecherin der GRÜNE-Landtagsfraktion. „Die Stadt Karlsruhe hat mit der Bürger-App digital@KA ein großartiges Projekt eingereicht. Dass sie damit nun als Siegerin erfolgreich war, freut uns sehr“.

Vom Land fließen so Fördermittel in Höhe von 880.000 Euro nach Karlsruhe. Insgesamt werden die Modellvorhaben mit 4,4 Millionen Euro gefördert. „Die Digitalisierung verändert unsere Abläufe und Gewohnheiten von Grund auf. Innovative Konzepte wie die Bürger-App zeigen, dass wir die digitale Zukunft in unserem Land vor Ort aktiv gestalten können“, so die beiden Abgeordneten.

Karlsruhe wird die Bürger-App digital@KA mit zunächst sechs Unternehmen und Einrichtungen aufbauen und so den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern darüber gebündelt relevante Informationen rund um das städtische Leben anbieten. So erhalten diese mit Hilfe der App Zugang zu allen Dienstleistungen der Stadtverwaltung und aktuelle Informationen, vom Apotheken- und Tankstellenfinder über Echtzeitinformationen zur Verkehrslage bis hin zu Kultur- und Freizeittipps.

Hintergrund:

In der Jury waren neben dem Innen- und Digitalisierungsministerium die Kommunalen Spitzenverbände und der Branchenverband Bitkom vertreten. Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit stand der Jury beratend zur Seite. Alle Kommunen werden bei der Umsetzung ihrer Strategien und Projekte vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und der Organisation IAO in Kooperation mit dem bwcon-Netzwerk wissenschaftlich und praktisch begleitet. Damit sollen die Best Practices aus den Modellkommunen auf möglichst viele weitere Kommunen in Baden-Württemberg übertragen werden.

Der Wettbewerb war Ende August 2017 gestartet. Bis zum Stichtag am 31. Dezember 2017 sind insgesamt 75 Bewerberbungen um einen Platz im Förderprogramm eingegangen. Von den 75 Kommunen, die im Rennen waren, bewarben sich elf um die Umsetzung von landesweiten, digitalen Leuchtturmprojekten und damit den Titel einer Digitalen Zukunftskommune@bw (Teil A des Wettbewerbs), die mit insgesamt 4,4 Mio. Euro gefördert werden.

Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt, die in Teamarbeit von allen Ministerien erstellt wurde. In den kommenden zwei Jahren werden dazu über 70 konkrete Projekte mit einem Volumen von über 300 Millionen Euro umgesetzt.

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