Veranstaltungsbericht: „Elektroautos – alles gut?“

(31.07.2018) Unsere Veranstaltung zur E-Mobilität am 25. Juli fand in Kooperation mit der Luthergemeinde, vertreten durch Pfarrerin Ulrike Krumm, dem Quartier Zukunft des KIT-Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) und dem Umweltteam der Laurentiusgemeinde Hagsfeld statt. Veranstaltungsort war die frisch renovierte Lutherkirche – ein besonders schönes Ambiente und angesichts der extremen Sommerhitze angenehm kühl!

Einleitend beschrieb ich aus Sicht der Landespolitik die Motivation zum Ausbau der E-Mobilität sowie die dahingehenden Aktivitäten und Förderprogramme, welche eng mit den Klimaschutz- und Luftreinhaltezielen verknüpft sind.

Als Hauptreferent des Abends stellte anschließend Julius Jöhrens vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) eine differenzierte Umweltbilanz der E-Mobilität vor und ging dabei auf viele Aspekte wie die Treibhausgasbilanz in Herstellung und Betrieb, die Batterieproduktion und dafür benötigten Rohstoffe sowie auch auf die damit verbundenen sozialen und ökologischen Probleme ein. Sein Fazit: Elektromobilität ist eine notwendige Voraussetzung für klimafreundlichen Verkehr. Sie bedarf aber politischer Rahmensetzungen und einer konsequenten Energiewende. So müsse der Strom aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden, um den notwendigen Klimaschutzeffekt zu erzielen.

Dr. Marcel Weil vom ITAS stellte in seinem Impulsvortrag den Stand der Batterieforschung dar und wies auf mögliche Rohstoffengpässe und die Notwendigkeit hin, das Recycling der Batterien weiterzuentwickeln. Dr. Steffen Knapp von den Stadtwerken Karlsruhe gab einen Überblick über strategische Überlegungen der Stadtwerke zur Elektromobilität. Langfristige Planungen zu Investitionsentscheidungen seien vielfach schwierig, da oft noch nicht abzusehen sei, an welchen Orten und zu welcher Zeit wieviel Strom benötigt werde.

In der anschließenden Diskussion wurde die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs in einem nachhaltigen Mobilitätskonzept kritisch hinterfragt. Auch über die Bedeutung der Brennstoffzelle wurde diskutiert. Einigkeit bestand dahingehend, dass allein der Austausch des Fahrzeugantriebes jedenfalls nicht ausreiche, um die Mobilitätswende zukunftsfähig zu gestalten. Eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs sowie des Rad- und Fußverkehrs, ein unkomplizierter Umstieg von einem Verkehrsmittel auf das andere sowie Car-Sharing und bedarfsgesteuerte Verkehre gehörten unbedingt dazu.

Den Vortrag von Julius Jöhrens zur Umweltbilanz der Elektromobilität finden Sie hier.

Den Vortrag von Dr. Marcel Weil zum Ressourcenbedarf aktueller Batterietechnologien und zu möglichen zukünftigen Energiespeichern finden Sie hier.

Dr. Steffen Knapps Präsentation zu den Aktivitäten der Stadtwerke Karlsruhe im Bereich E-Mobilität finden Sie hier.

Ergänzend hier ein Link zu den Ladetarifen der Stadtwerke Karlsruhe.

Bettina Lisbach, MdL

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