Vorbereitungsklassen an allen weiterführenden Schularten

Schillerschule soll Kompetenzzentrum für Vorbereitungsklassen bleiben

Die GRÜNEN setzen sich mit einem Antrag an die Stadtverwaltung für die Einrichtung von Vorbereitungsklassen an weiterführenden Schulen ein. Derzeit besuchen Flüchtlingskinder und Kinder aus Zuwandererfamilien ohne ausreichende Deutschkenntnisse in Karlsruhe Vorbereitungsklassen an Grund- und Werkrealschulen, bevor sie in die regulären Klassen integriert werden.

„Wir wollen erreichen, dass Vorbereitungsklassen künftig nicht nur an Werkrealschulen, sondern auch an Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien in Karlsruhe eingerichtet werden“, so Renate Rastätter, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion. „Diese Weiterentwicklung ist nicht nur wegen der rückläufigen Zahl der Werkrealschulen notwendig, sondern auch aus bildungs- und integrationspolitischen Gründen geboten“, ergänzt Fraktionsvorsitzende Bettina Lisbach.

Die GRÜNEN bitten deshalb die Stadtverwaltung zu prüfen, welche weiterführenden Schulen in Karlsruhe räumliche Kapazitäten für die Angliederung einer Vorbereitungsklasse haben und bereit sind, gemeinsame Unterrichtsangebote mit den Vorbereitungsklassen auszugestalten.

Die vorhandenen Kompetenzen für den Unterricht in Vorbereitungsklassen, insbesondere der Schillerschule, sollten dabei weiter genutzt werden. „Der Unterricht in den Vorbereitungsklassen ist eine große Herausforderung für die Lehrkräfte: Die Kinder haben ganz unterschiedliche Vorbildung, manche haben zuvor keine Schule besucht. Viele der Kinder haben sehr belastende Erfahrungen gemacht, manche sind traumatisiert“, erläutern Rastätter und Lisbach. Viele Lehrkräfte der Schillerschule hätten deshalb eine Ausbildung für Deutsch als Zweitsprache absolviert und verfügten über interkulturelle Fähigkeiten mit langjähriger Unterrichtspraxis. Die Schillerschule habe sich so in den letzten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Vorbereitungsklassen entwickelt.

Die Schillerschule sollte deshalb weiterhin auch für Vorbereitungsklassen pädagogisch zuständig sein, die an Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien eingerichtet werden. „Diese Schularten haben in der Regel keine Lehrkräfte mit einer Aus- oder Weiterbildung für Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache und würden sich möglicherweise leichter tun, mit einer Vorbereitungsklasse zu kooperieren, die durch eine erfahrene und speziell qualifizierte Lehrkraft geführt wird“, so die beiden StadträtInnen. Die GRÜNEN bitten deshalb die Stadtverwaltung für diese Lösung eine Konzeption gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium zu entwickeln.

„Am meisten würden die betroffenen SchülerInnen von dieser Lösung profitieren. Sie können schnell Kontakte zu Gleichaltrigen finden und unkompliziert in reguläre Klassen der Schulformintegriert werden, die ihrer Lernentwicklung optimal entsprechen“, so Lisbach und Rastätter abschließend.

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